PKD-Polycystic Kidney Disease
PKD-Polycystic Kidney Disease
erblich bedingte Nierenerkrankung bei Perserkatzen
und anderen Katzenrassen

David S.Biller, DVM, DACVR
Associate Professor and Head of Radiology, Department of Clinical Sciences
College of Veterinary Medicine, Kansas State University

Stephen DiBartola, DVM, DACVIM
Professor and Head of Small Animal Medicine, Department of Veterinary Clinical Sciences
College of Veterinary Medicine, The Ohio State University

Wilma J. Lagerwerf, RVT, RLAT, AHT
Ailsa Craig, Ontario, Canada

Polycystic Kidney Disease ist eine vererbbare Nierenkrankheit die in Perserkatzen entdeckt wurde. Über die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) wurde vereinzelt seit 1967 in der Literatur berichtet, aber richtige Studien zu dieser Nierenerkrankung begannen erst 1990. Eine betroffene 6 Jahre alte weibliche Perserkatze wurde mit vergrößerten Nieren und Symptomen von Nierenversagen an die Staatl. Universitätshochschule Ohio überwiesen. Die Diagnose lautete letztendlich PKD. Mit den Nachkommen dieser Katze wurde eine Kolonie gegründet und die Forschung über den Krankheitsverlauf konnte beginnen.

Was bewirkt diese Krankheit bei Katzen?

PKD ist eine Krankheit die im fortgeschrittenen Alter sichtbar wird. Zwischen dem 3. und 10. Lebensjahr treten vergrößerte Nieren und Nierenfunktionsstörungen auf. (Durchschnittsalter 7 Jahre). Dieser Zustand ist erblich bedingt und die Zysten sind von Geburt an vorhanden – sind aber bei jüngeren Tieren kleiner. Die Größe der Zysten kann zwischen 1 mm und mehr als 1 cm variieren. Ältere Katzen haben zahlreichere und größere Zysten. Probleme entstehen wenn diese Zysten anfangen zu wachsen, zunehmend die Nieren vergrößern und dadurch die Nierenfunktion beeinträchtigt und reduziert wird. Das Ende bedeutet Nierenversagen. Einige der klinischen Anzeichen sind Depressionen, fehlender oder reduzierter Appetit, übermäßiger Durst, übermäßige Urinabgabe und Gewichtsverlust. Ein auffallender Unterschied , wann und wie schnell die einzelnen Katzen erliegen, besteht darin wie schnell die Krankheit bei den einzelnen Tieren fortschreitet. Es besteht aber die Möglichkeit, daß sich die Krankheit spät im Leben der Katze entwickelt, so daß die Katze aus anderen Gründen stirbt bevor die Nieren versagen. Wie auch immer, wenn die Zysten anfangen zu wachsen und dadurch Probleme verursachen ist am Ende ein Nierenversagen sicher. Einige Zysten wurden auch in anderen Organen wie der Leber und der Gebärmutter gefunden.

Wie ist PKD zu diagnostizieren?

PKD ist mit einem Ultraschallgerät sehr einfach zu diagnostizieren und somit kann man die Krankheit in einem sehr frühem Stadium erkennen. Dies erfordert lediglich das Abrasieren eines kleinen Streifens Haare am Unterleib und ein wenig Zeit zum Erkennen möglicher Zysten. Mit der richtigen Ausrüstung und einem erfahren Arzt/Personal kann dies schon im Alter von 8 Wochen erfolgen. Normalerweise ist es so: je älter die Katze um so größer die Zysten und um so einfacher sind diese zu entdecken. Wenn die Katze annähernd 10 Monate alt ist sind Ultraschalldiagnosen bis zu 98% sicher.


Normale Katzenniere

Niere einer 6 Wochen alten Katze mit PKD

Niere einer erwachsenen Katze im Endstadium

Es sollte mit einem Ultraschallgerät von mind. 7,5 MHz und 256 Graustufen geschallt werden
Erkundigen Sie sich vorher in Ihrer Tierklinik ob ein geeignetes Gerät vorhanden ist und ein Arzt der sich mit Ultraschall und dem Krankheitsbild sehr gut auskennt.

Ultraschallbild einer 8 Wochen alten Katze mit 3 Zysten

Ultraschallbild einer erwachsenen Katze
(positive für PKD) im Endstadium PKD

Wie bekommt eine Katze PKD?

PKD ist keine ansteckende Krankheit. Dr. David Biller von der Staatl. Universität in Kansas hat kürzlich Studien fertiggestellt und die Ergebnisse veröffentlicht. Diese zeigen, daß PKD ein Autosomal Dominantes Erbmerkmal ist. Die veröffentlichten Resultate sind im "Journal of Heredity" 1996;87:1-5 zu finden. Ein kleiner Rückblick in die Genetik: ein "autosomal dominantes" Gen ist, wenn es sich zeigt, sobald es vorhanden ist – sogar wenn es nur von einem Elternteil vererbt wurde. Man kann also sagen eine PKD freie Katze ist auch genetisch PKD frei! Wenn die Katze PKD positiv ist, muß man unterscheiden ob sie heterozygous/mischerebig (das Gen von einem Elternteil geerbt) ODER homozygous/reinerbig (das Gen von beiden Elternteilen geerbt) ist.

In der Tabelle wird einfache "Mendelsche Genetik" dargestellt, um verständlich zu machen wie diese Krankheit vererbt wird. (und jedes "Autosomal Dominante Merkmal")

Nicht befallene Katze = xx Mischerbig befallene Katze = Xx Reinerbig befallene Katze = XX

Wie ist die Behandlung für diese Krankheit?

Es gibt keine spezielle Behandlung bei dieser Krankheit. Die Behandlung ist ähnlich der Behandlungen von chronischem Nierenversagen aufgrund anderer Ursachen. Die Behandlung beinhaltet eingeschränkte Protein reduzierte Diät (jedoch unter Verwendung eines biologisch hochwertigen Proteins), diätgemäße Phosphor-Beschränkung, immer verfügbares frisches Wasser, Gebrauch von Phosphatbindern und falls notwendig die Behandlung von Anämie. Es muß noch viel mehr Arbeit in die Polyzystische Nierenerkrankung der Katzen investiert werden, um die zugrundliegenden Ursachen zu verstehen und wirksame Behandlungsmethoden zu finden.

Wie bringt ein Züchter PKD aus seiner Zucht?

PKD ist das Ergebnis eines "autosomal dominanten" Gens und es ist daher relativ einfach aufzuspüren und auszuschließen. Alle zur Zucht verwendeten Katzen sollten mit Ultraschall untersucht werden um vorhandene Nierenzysten zu erkennen. Es dauert nur einige Minuten mit keiner oder einer kleinen Narkose. Wenn ein positives Ergebnis vorliegt und es möglich ist, dann lassen Sie die Elterntiere testen. Der einfachste Weg diese Krankheit auszuschließen, ist die positiven Tiere zu kastrieren. Wenn ein Zuchttier besonders wertvoll ist, dann ist es möglich PKD-negative Kitten zu bekommen, WENN das eine Elternteil PKD-negativ ist und WENN das positive Elternteil heterozygous ist. (Ist das positive Elternteil homozygous werden NUR positive Jungtiere fallen!!) Wenn die Kitten alt genug sind kann man Sie auf PKD testen lassen. Auf diesem Weg kann man sich seine Blutlinie erhalten und das betreffende positive Elternteil kastrieren. Es ist wahrscheinlich das viel mehr Perser von PKD betroffen sind als zur Zeit diagnostiziert wird. Mit mehr Studien und veröffentlichten Information über diese Krankheit können Züchter und Tierärzte daran arbeiten PKD-freie Zuchtprogramme zu erstellen. Auf diese Weise kann dieses genetische Gesundheitsproblem ausgeschlossen werden.

Reprinted with permission, Cat Fanciers' Almanac, Volume 14,
Number 10, February 1998
Dies ist eine Zusammenfassung welche vom CFA in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Biller entstanden ist und die wir mit der freundlichen Genehmigung von beiden übersetzen durften. Auf diesem Weg nochmals herzlichen Dank!

Wie Sie sicherlich gemerkt haben, ist eine Teil des letzten Abschnittes in hellgrau gedruckt. Nach dem neuen Tierschutzgesetz ist es gesetzlich verboten mit PKD positiven Tieren zu züchten, da dies unter den Qualzucht-Paragraphen fällt. Ab dem 01.01.99 werden zu diesem Gesetz noch verschiedene Nachträge in Kraft treten. Nachfolgenden haben wir einen kleinen Auszug aus dem neuen Gesetz (für Übertragungsfehler und sonstige Fehler ünernehmen wir kein Haftung).

Kleiner Auszug aus dem Tierschutzgesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Mai 1998 (BGBI.I. S.1094)

§ 1
Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

§ 11b
1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen zu verändern, wenn damit gerechnet werden muß, daß bei der Nachzucht, den bio- oder gentechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

(2) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen zu verändern, wenn damit gerechnet werden muß, daß bei den Nachkommen

a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen oder mit Leiden verbundene erblich bedingte Aggressionssteigerungen auftreten oder
b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder
c) deren Haltung nur unter Bedingungen möglich ist, die bei ihnen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen.
(3) Die zuständige Behörde kann das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anordnen, wenn damit gerechnet werden muß, daß deren Nachkommen Störungen oder Veränderungen im Sinne des Absatzes 1 oder 2 zeigen.

(4) Die Absätze 1, 2 und 3 gelten nicht für durch Züchtung oder bio- oder gentechnische Maßnahmen veränderte Wirbeltiere, die für wissenschaftliche Zwecke notwendig sind.

(5) Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates, soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, die erblich bedingten Veränderungen, Verhaltensstörungen und Aggressionssteigerungen nach den Absätzen 1 und 2 näher zu bestimmen und dabei insbesondere bestimmte Zuchtformen und Rassemerkmale zu verbieten oder zu beschränken.

Das dieses genetische Problem sicherlich nicht nur bei Persern und Exotics vorhanden ist zeigen die Testergebnisse von anderen Katzenrassen. Herr Dr. Biller hat jetzt bekanntgegeben, daß er zur Zeit mit den Studien von anderen Katzenrassen beginnt. Gewissenhafte Züchter sollten aber vielleicht auch schon jetzt Ihre Zuchttiere testen lassen.

Herzlichen Dank an Sandra Lüth für die Bereitstellung dieser Seite !

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