Die "richtige" sibirische Katze - nur eine Frage des Preises ?
Oftmals werde ich von Jungtierinteressenten gefragt "Was ? Sooo teuer ?" Nachdem diese Frage immer wieder gestellt wird, möchte ich gerne einmal näher darauf eingehen.

Ein Rassekätzchen hat natürlich seinen Preis.

Kleine Kätzchen großzuziehen bedeutet nicht nur sehr viel Verantwortung zu übernehmen und viel Zeit, Liebe und Arbeit zu investieren, sondern es bedeutet auch einen hohen Kostenaufwand - den der Züchter natürlich nicht scheut, weil er alles nur Erdenkliche tun wird, um seinen Babies einen optimalen Start in ein möglichst langes, gesundes und glückliches Katzenleben zu ermöglichen.

Ein seriöser Züchter ist Mitglied in einem Katzenverein - damit fallen neben dem Mitgliedsbeitrag auch weitere Kosten für Stammbäume, Registrierungen und Titelbestätigungen an.

Ein seriöser Züchter investiert natürlich in Vorsorgeuntersuchungen und diese kosten ein kleines Vermögen. Richtig kostenintensiv wird die Gesundheitsvorsorge aber erst dadurch, daß man diese Untersuchungen in regelmäßigen Abständen wiederholt um die Gesundheit seiner Zuchttiere und in weiterer Folge seiner Babies zu gewährleisten.

Der Futter und Streuverbrauch eines Züchters bringt die Augen der Futtermittellieferanten zum Leuchten und deren Kassen zum Klingeln. Schließlich greift man als Züchter nicht zum Futter eines Discountmarktes, sondern ausschließlich zu Premiummarken. Ebenso wird beim Streu Wert auf hohe Qualität gelegt.

Impfungen und Gesundheitszeugnisse sowie die Betreuung der werdenen Katzenmütter, die eventuelle Geburtshilfe und anfallende Untersuchungen der Babies sichern auch den Arbeitsplatz des Tierarztes, der dem Züchter den roten Teppich ausrollt - schließlich hat der einen Teil der Ordination schon mitfinanziert.

Auch Katzenausstellungen hinterlassen ein großes Loch im Geldbeutel - Hier kann man mit Kosten von ca. 150 bis 200 Euro pro Ausstellungswochenende rechnen. Natürlich ist es keine Pflicht an jeder Katzenausstellung teilzunehmen, jedoch sollte man auch in regelmäßigen Abständen den Vergleich zu anderen Tieren sowie die Bewertung eines Richters anstreben, um zu wissen, wie erfolgreich man sein Zuchtprogramm bisher umgesetzt hat.

Schließlich sollte das Ziel und Bestreben des Züchters nicht nur der reinerhalt der Rasse sondern auch die Verbesserung des Types im Sinne des Rassestandards sein. Sich für ein Kätzchen zu entscheiden ist ein wichtiger Schritt - immerhin wird dieses ein Familienmitglied für die nächsten 15 bis 20 Jahre sein. Wenn wir uns für eine Waschmaschine oder ein Auto entscheiden, legen wir zumeist auch sehr viel Wert auf Qualität. Oftmals stellen wir vorher Vergleiche und Erkundigungen an, bevor wir eine Entscheidung treffen. Dabei handelt es sich hier um Konsumgüter, die zumeist in gleichbleibender Qualität von verschiedenen Händlern angeboten werden.

Katzen sind aber keine Konsumgüter und es gibt sehr große Unterschiede zwischen seriösen, verantwortungsvollen Züchtern und sogenannten Vermehrern, die keinen Wert auf ein verantwortungsvolles Zuchtprogramm legen. Natürlich können Vermehrer, meist ohne jegliche Kenntnisse von genetischem Wissen (oftmals Inzuchtverpaarungen) und ohne Rassekenntnisse ihre Tiere zu Schleuderpreisen verkaufen, denn hier wird weder Gesundheitsvorsorge großgeschrieben, geschweige denn das die Babies überhaupt einem Tierarzt vorgestellt werden. Oftmals werden die Babies schon nicht einmal entwurmt oder geimpft und viel zu früh ( meist schon mit 8 Wochen) abgegeben um einfach Kosten zu sparen, denn Katzenbabies fangen ungefähr in der 4. Lebenswoche an auch Nassfutter und Trockenfutter zu fressen und somit hat man bei einer Abgabe von 8 Wochen natürlich auch nur 4 Woche definitve Futterkosten für das Baby. Auch legen solche Leute meist keinen Wert auf eine gute Ernährung sondern füttern das Biligste vom Billigsten ebenfalls um Kostenersparnisse zu erlangen, denn sonst könnten die Babies eben nicht zu Schleuderpreisen verhökert werden !

Ein kurzes Wort noch zum Abgabealter eines Katzenbabies. Mir ist aufgefallen, dass viele Leute ein Katzenbaby mit 8 Wochen haben möchten. Aus folgenden Gründen sollte man hiervon wirklich abkommen:

Einem seriösen Züchter wird von Seiten des Vereins vorgeschrieben, dass Katzenbabies erst im Alter von 12 Wochen abgegeben werden dürfen. Hier handelt es sich um Fachleute, die diese Bestimmungen festgelegt haben und diese 12 Wochen sind in allen Katzenvereinen ein Minimum und gleich !

Begründung hierfür sind die anfallenden Impfungen in der 8. Lebenswoche und Auffrischung der Impfungen in der 12. Lebenswoche. Ausserdem dürfen verschiedene zusätzliche Impfungen auch erst in der 12. Lebenswoche erfolgen. Ferner müssen Stammbäume bis zur 8 Lebenswoche beantragt werden und die Unterlagen dann ausgestellt werden.

Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt ist natürlich auch die Sozialisierungsphase der Katzenbabies, denn diese lernen nachweislich gerade in den späteren Lebenswochen noch enorm viel und zwar nicht nur von ihrer Mutter und den anderen eventuell anwsenden Katzen sondern auch gegenseitig voneinander und von ihrem Menschen, der für sie ja irgendwann der Ansprechspartner Nummer 1 werden soll.

Generell wird geraten ein Katzenbaby frühestens mit 12 Wochen jedoch lieber im Alter von 14 bis hin zu 16 Wochen abzugeben, eben um dem Katzenkind diese Prägungsphasen zu ermöglichen. Schließlich möchte ja auch der neue Besitzer keinen Duckmäuser, der sich verängstigt in die nächste Ecke verkriecht sondern einen Schmuser, der offen auf alles zugehen kann und gerne ausgiebig spielt. Eben einfach ein Kätzchen mit Charakter und Charme.

Daher ersuche ich Sie, sich ausreichend Zeit für die Entscheidung zu nehmen, bei welchem Züchter Sie ein Jungtier kaufen möchten. Kaufen Sie nur dort ein Jungtier, wo Sie einen guten Gesamteindruck von der Zucht bekommen und auch individuell bezüglich eventueller Fragen zu den Tieren selbst und deren Ansprüchen beraten werden.

Bei einem seriösen Züchter können Sie alle Tiere sehen, die Wohnung oder das Haus sind sauber - in einem Züchterhaushalt wird es nicht immer klinisch rein sein, aber Sauberkeit ist sehr wichtig um eine gesunde Aufzucht gewährleisten zu können. Es gibt ausreichend Futter und Trinkmöglichkeiten, sowie genügend Katzentoiletten. Auch Spielmöglichkeiten und Kratzbäume sollten ausreichend vorhanden sein. Genauso wichtig ist natürlich, dass die Tiere gepflegt aussehen und keine Krankheitsbilder wie z.B. tränende oder eiternde Augen ersichtlich sind. Auch sind ständiges Niesen oder ein kotverschmiertes Hinterteil sowie kahle Stellen im Fell ein Anzeichen zur Vorsicht.

Ein seriöser Züchter würde niemals ein solch krankes Tier abgeben !

Die Katzen sollten ein normales Sozialverhalten zeigen - es werden nicht sofort alle Tiere auf Sie zustürmen um Sie zu begrüßen, aber wenn während Ihres Besuches alle Katzen unter dem Sofa sitzen und sich kein Tier blicken lässt spricht das nicht unbedingt für einen vertrauensvollen, ausgeglichenen und verschmusten Charakter der Tiere.

Wer bei seiner Kaufentscheidung ausschließlich auf den Preis schaut unterstützt Massenzüchter - die Dank des Mitleids der Kitteninteressenten einen florierenden Absatz haben. Leider findet auf diese Weise das Leid der Tiere, die dort ausgebeutet werden nie ein Ende.

Ach ja - obwohl eigentich alles teurer geworden ist, hat sich der Preis einer sibirischen Katze in den letzten Jahren kaum verändert.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dürfen Sie mich selbstverständlich jderzeit gerne auch telefonisch unter
06142/71111 kontaktieren.

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